Worum es in diesem Handbuch geht
Dieses Handbuch ist der aktuelle Praxisleitfaden fuer Amiga Imager v0.99.
Es beschreibt den Build-Alltag, die unterstuetzten Plattformen, den aktuellen
Schreibpfad auf reale Medien und vor allem, was sich geaendert hat, seit die
all-native Build-Engine den gesamten Produktpfad traegt. Neu wichtig
fuer v0.99 sind vor allem der Vampire-V4-Pfad, die
IMP3-Community-Tools, die direkte Einbindung eigener
WHDLoad-Sammlungen sowie USB- und Desktop-Fixes aus Tests
auf echter Hardware.
Was die App macht
Amiga Imager ist eine native macOS-App zum Bauen, Verwalten und Schreiben startfaehiger Amiga-Systeme aus einem Workflow heraus.
- PiStorm / Emu68 und Classic Amiga werden als
.img-Dateien gebaut.
- Emulator- und MiSTer-Builds werden als
.hdf-Dateien gebaut.
- Fertige Images koennen direkt auf SD-, CF-, SSD- oder USB-Medien geschrieben werden.
- Amiga File Manager erlaubt das Durchsehen von Images und unterstuetzten Amiga-Medien direkt unter macOS.
- Greaseweazle bleibt der aktuelle native Floppy-Workflow auf macOS.
- v0.99 uebernimmt eigene WHDLoad-Spielesammlungen weiter direkt in das fertige System, baut den iGame-Index schon vor dem ersten Start und erweitert den Classic-Pfad um Vampire V4.
- Die Roadshow-Demo ist Teil des Standardpfads, waehrend Roadshow Full weiterhin mit eigenem Archiv genutzt werden kann.
- Die neuen IMP3-Community-Tools koennen optional mit vorbereitet werden, ohne die Community-eigenen Skripte direkt in die App zu ziehen.
- Der Build-, Disk- und Archivpfad laeuft jetzt durchgaengig nativ, inklusive der Host-seitigen Archivverarbeitung.
Was du vor dem Start brauchst
Fuer einen normalen Build sollten diese Dinge vorbereitet sein:
- ein Mac mit macOS 14 Sonoma oder neuer
- eine gueltige Kickstart-ROM
- passende AmigaOS-Installationsmedien
- ein Zielmedium wie SD-, CF-, SSD- oder USB-Datentraeger, wenn direkt geschrieben werden soll
- Internetzugang fuer optionale Paket-Downloads
Welche Quelldateien noetig sind, haengt weiterhin von der gewaehlten AmigaOS-Version ab:
- AmigaOS 3.1 / 3.1.4: ADF-Quellordner
- AmigaOS 3.2.x: ADF-Quellordner oder 3.2-CD-ISO
- AmigaOS 3.9: CD-ISO plus Boing Bag 1 und Boing Bag 2
Optional, aber fuer aktuelle Setups oft sinnvoll:
- ein gekauftes Picasso96-Archiv von Individual Computers
- ein eigenes Roadshow.lha, wenn die Vollversion statt der gebuendelten Demo genutzt werden soll
- Registrierungsdateien fuer IBrowse oder IMP3
Die Haupt-Workflows
Build bootable image
Das bleibt der wichtigste Modus. Plattform waehlen, OS-Medien und ROM angeben, optionale Software und Hardware-Einstellungen setzen, die Build Summary pruefen und anschliessend ein einsatzbereites Image erzeugen.
Build & Write to Card
Wenn ohne getrennten Export direkt auf ein reales Medium geschrieben werden soll, nutzt dieser Workflow denselben Build-Pfad und schreibt anschliessend unmittelbar auf das Zielmedium. Leere Bereiche muessen dabei nicht unnoetig voll geschrieben werden.
Flash existing image
Dieser Modus schreibt ein bereits vorhandenes Image auf ein reales Medium. Image auswaehlen, Zieldatentraeger auswaehlen, bei Bedarf Only show external disks aktiv lassen und dann Write to Disk klicken.
Guided Build
Auch in v0.99 bleibt der Vollbild-Assistent der einfachste Einstieg. Er fuehrt klar durch Plattform, Hardware, Sprache, lizenzierte Dateien, Zielmedium und Build-Review. Bei PiStorm sind Board-Auswahl, USB, FrameThrower und WLAN sauber voneinander abgegrenzt, und im Classic-Pfad passt der Build jetzt auch besser zu Vampire-Hardware.
So funktioniert der aktuelle Build-Ablauf
1. Grundlegende Eingaben festlegen
- Target platform auswaehlen:
PiStorm / Emu68, Classic Amiga oder Emulator / MiSTer.
- AmigaOS version waehlen. Wenn moeglich auf Auto lassen und mit Check Media pruefen.
- Je nach OS-Version ADF source, ISO oder beides angeben. v0.99 prueft ADF-Ordner dabei nur auf der obersten Ebene, wie es auch der Build spaeter macht, und kann einen offensichtlichen Unterordner direkt uebernehmen.
- Die Amiga ROM auswaehlen. Mehr Hyperion-3.2.x-ROM-Varianten werden direkt erkannt, und bei Bedarf greift die App auf den Kickstart-Header zurueck.
- Den output image path oder direkt das Schreibziel festlegen.
2. Entscheiden, ob Simple reicht oder Advanced noetig ist
Simple bleibt der schnellste Weg und nutzt den Standardpfad inklusive Roadshow Demo. Advanced schaltet die volle Auswahl fuer Hardware, Archive, Transfer-Ordner, Custom Packages per URL, WBDock, eigene Image-Groessen und gespeicherte Profile frei.
3. Die Build-Karten durchgehen
Die aktuelle Struktur mit Input, Configuration, Optional Software und Image & Build bleibt erhalten. Der groesste Unterschied in v0.99 ist, dass der Produktpfad nicht nur nativ bleibt, sondern jetzt auch den Vampire-V4-Zielpfad, die IMP3-Community-Tools und die juengsten realen Hardware-Fixes integriert.
So arbeitet die native Engine in v0.99
Die wichtigste Architektur-Aenderung in v0.99 ist, dass
Standard-Builds jetzt ueber die In-Process-Swift-Engine laufen
und nicht mehr fuer den Hauptteil der Arbeit auf den aelteren, script-lastigen
Pfad angewiesen sind.
- Die App loest zuerst den Plan auf - Plattform, Image-Groesse, Partitionslayout, Pakete und benoetigte Assets werden vor dem eigentlichen Build geprueft.
- Die native Engine uebernimmt den Standardpfad - normale PiStorm-, Classic-, UAE-, Amiberry- und MiSTer-Builds laufen innerhalb des App-Prozesses.
- AmigaDiskKit uebernimmt die Low-Level-Disk-Arbeit - dazu gehoeren RDB, FFS, PFS3, ADF, LHA und der PiStorm-FAT32-Boot-Workflow.
- Auch die Host-seitige Archivverarbeitung bleibt jetzt nativ - die letzten
lha- und 7z-Bootstrap-Wege sind entfernt.
- AmigaOS 3.9 bleibt nativer Teil des Hauptpfads - CD-ISO-Installationen plus Boing Bag 1 und Boing Bag 2 laufen ueber alle unterstuetzten Zielfamilien hinweg auf derselben Basis.
- Weniger Glue in der Mitte - weniger Uebergaben zwischen Shell-Scripts, Hilfstools und nativer UI machen Verifikation und spaetere Erweiterungen sauberer.
Praktisch ist v0.99 damit der Punkt, an dem sich nicht nur die Build-Engine,
sondern der komplette Produktpfad wie die native Grundlage des Produkts anfuehlt.
Plattformspezifische Hinweise fuer v0.99
PiStorm / Emu68
- Der Build erzeugt eine
.img-Datei.
- v0.99 behaelt die board-spezifische Logik fuer A1200 PiStorm32-lite, A600 PiStorm16 und PiStorm Classic bei.
- FrameThrower, Wi-Fi und USB bleiben Teil des normalen PiStorm-Konfigurationsflusses.
- PiStorm Classic startet konservativer: der Classic-Kernel-Pfad bleibt explizit und der Turbo-Overclock ist im v1.1-Classic-Pfad auskommentiert.
Classic Amiga
- Classic-Builds werden ebenfalls als
.img erzeugt.
- Aktuelle RTG- und Netzwerk-Optionen bleiben ueber die Advanced-Hardwareauswahl verfuegbar.
- USB-Hostkarten nutzen den Poseidon-Pfad, wenn eine unterstuetzte Karte ausgewaehlt ist.
- Die IMP3-Community-Tools koennen auch auf Classic-Builds vorbereitet werden, damit die noetigen gemeinsam genutzten Libraries und CLI-Werkzeuge direkt vorhanden sind.
- Wichtig in v0.99 ist, dass die Dateisysteme pro Partition sauber respektiert werden, statt durch eine vereinfachte Primary-Annahme zusammengezogen zu werden.
Vampire V4 / Apollo 68080
- v0.99 fuehrt einen eigenen Zielpfad fuer Vampire-V4-Systeme ein.
- Der Build bereitet SAGA RTG, V4Net beziehungsweise V2ExpEth und das Onboard-SD-Verhalten passend vor.
- Die Apollo-Kickstart-Tools gehoeren absichtlich dazu, weil Vampire-Hardware den Boot-Pfad anders lebt als ein generischer Classic-Amiga.
- USB ist im RC sauberer in den First-Boot-Pfad integriert und stoert den Systemstart nicht mehr so leicht.
Emulator und MiSTer
- Emulator- und MiSTer-Builds werden als
.hdf erzeugt.
- UAE und Amiberry sind bestaetigt getestet und funktionierend.
- MiSTer ist ebenfalls mit RTG-Support bestaetigt.
- v0.99 fuehrt auch diese Builds auf derselben nativen Engine-Basis weiter, inklusive nativer AmigaOS-3.9-plus-Boing-Bag-Installationen und aktuellerer ScummVM-Paketpfade.
Floppy-Workflows im aktuellen Release
Greaseweazle bleibt der aktuelle native Floppy-Pfad auf macOS und ist heute der unterstuetzte Weg fuer reale Amiga-Disketten.
- reale Disketten als
.adf einlesen
.adf-Dateien zurueck auf Diskette schreiben
- Disketteninhalte aus dem nativen macOS-Workflow heraus durchsuchen
DrawBridge ist jetzt als experimenteller Pfad neben
Greaseweazle vorhanden. Der wichtige aktuelle Vorbehalt ist, dass die DrawBridge-Command-Bytes
und das 2-Bit-Mapping auf echter Hardware noch validiert werden muessen, bevor physische
Reads als verlaesslich gelten sollten.
Settings-Fenster (Cmd+,)
Das aktuelle App-Build besitzt weiterhin getrennte Bereiche fuer Build, Storage, PiStorm, Classic und Debug.
- Build: allgemeines Build-Verhalten, Asset-Pfade, Exposition, Quick Look und Custom Packages
- Storage: Reduktionswerte, damit Images verlaesslicher auf reale Karten und Datentraeger passen
- PiStorm: Boot-Bundle-Quelle, Prerelease-Verhalten, EMU68BOOT-Auto-Mount und PiStorm-spezifische Optionen
- Classic: Classic-Hardwarehilfen wie A314-bezogenes Verhalten sowie Vampire- und Apollo-spezifische Helfer
- Debug: Diagnose und Entwickleroptionen fuer die Engine-Arbeit
Fehlersuche
Der Build laesst sich nicht starten
Meist fehlen weiterhin Installationsmedien, Kickstart-ROM, ein Ausgabe-Pfad oder bei AmigaOS 3.9 die zusaetzlichen Boing-Bag-Dateien.
Die ADF-Sammlung wird nicht erkannt
v0.99 scannt nur die oberste Ebene des ausgewaehlten Ordners. Wenn die Disketten in einem einzelnen Unterordner liegen, den vorgeschlagenen Wechsel verwenden oder direkt diesen Unterordner auswaehlen.
Die ROM wird gelb statt gruen erkannt
Auch ein gelber Haken ist eine positive Erkennung. Meist hat die App den Kickstart-Header statt eines exakten Hashes verwendet, was bei offiziellen Hyperion-3.2.x-Varianten voellig normal ist.
Der Build faellt auf aelteres Verhalten zurueck
Bei ungewoehnlichen Medienkombinationen oder Legacy-Sonderfaellen kann die App weiterhin Fallback-Verhalten nutzen. Das bedeutet nicht, dass die native Engine fuer normale Builds nicht aktiv ist.
Schreiben auf Datentraeger scheitert unter macOS
Full Disk Access fuer Amiga Imager unter System Settings -> Privacy & Security -> Full Disk Access aktivieren und danach erneut versuchen. Ein erneutes Einstecken des Zielmediums kann ebenfalls helfen.
A314 funktioniert nicht
Pruefen, ob als Netzwerk-Stack Roadshow Demo oder Roadshow Full aktiv ist. Mit None wird A314 nicht unterstuetzt.
Vampire landet in ApolloOS statt in AmigaOS
Wenn die Hardware noch ueber ihren ApolloOS-ROM-Pfad startet und ein Hinweis auf fehlende V47+-ROM-Module erscheint, zuerst den mitgelieferten Apollo-Pfad nutzen und die passende Kickstart-ROM per Apollo-Tool mappen oder flashen. Der Build bereitet diesen Weg vor, aber die reale ROM-Situation kommt weiterhin von der Hardware.
Ein Custom Package wird nicht installiert
Paketname und direkte Download-URL unter Settings -> Build -> Custom Packages pruefen. Die Datei sollte ein gueltiges Archiv sein, idealerweise ein .lha-Paket.
Die WHDLoad-Spiele fehlen beim ersten Start
Pruefen, ob vor dem Build wirklich eine Games collection gesetzt war und ob auf der Zielpartition genug Platz fuer die entpackte Sammlung vorhanden ist. Wenn Spiele Kickstart-Dateien benoetigen, auch den Ordner fuer WHDLoad Kickstarts angeben.
Es wird Hilfe bei einem Problem benoetigt
Nach dem Fehler Export Log verwenden und die Angaben aus der Build Summary sichern. Mit der nativen Engine ist das Log noch hilfreicher geworden, weil mehr vom echten Build-Pfad in einem zusammenhaengenden System laeuft.